Sensationeller Erfolg der 2. Mannschaft beim Tabellenzweiten SSV Reutlingen
Geschrieben von: Jörg Hiestand   
Montag, den 14. Dezember 2009 um 17:47 Uhr

Nach der etwas unglücklichen Niederlage gegen die abstiegsbedrohten Altenburgern fuhren wir ohne große Erwartungen zum „Spitzenspiel“ nach Reutlingen. Der SSV stand vor dem Spiel bei 7 Siegen (das knappste Ergebnis war ein 9:3) bei einer Niederlage gegen den Tabellenführer TuS Metzingen. Jeder, ob er Reutlinger oder Metzinger war, sagte nach dem Spiel er tippte auf ein Endergebnis von 9:3 bis 9:5 für Reutlingen. 

 

Die Doppel liefen für uns erst etwas bescheiden. Zwar gewannen Werner und Bertram ihr Doppel sehr souverän, doch Gogo und Luc waren chancenlos gegen die Abwehrkünster Schmollinger und Grumbach. Das 3. Doppel bestritt Orhan (er vertrat Volker der grippebedingt sehr kurzfristig passen musste) und ich gegen Luber und Seidel. Nach 1:1 in den ersten beiden Sätzen führten wir bereits mit 10:8 im 3. Satz konnten aber leider diesen doch nicht gewinnen. So mussten wir uns am Ende mit 3:1 geschlagen geben.

 

Das unser vorderes Paarkreuz heute einen ganz starken Tag erwischen sollte zeigte sich bereits in den nächsten beiden Spielen. Werner musste nach 2:0 Satzführung doch noch in den 5 Satz gegen den immer besser ins Spiel findenden Bazilyuk. Er behielt dennoch seine Ruhe und gewann den Satz noch mit 11:5. Bertram´s Taktik war gegen Schmollinger sehr schnell zu erkennen. Wie bereits in der letzten Runde wollte er Ihn unbedingt ins Zeitspiel zwängen, da er ich wegen seines besseren Angriffspiels dort im Vorteil sieht. Nach 10 Minuten im 1. Satz stand es 6:6 (ich hatte übrigens selbst das Vergnügen dieses Spiel als Schiedsrichter zu zählen) und das Zeitspiel sollte beginnen. Das Schmollinger in dieser Variante des Tischtennis über sehr viel mehr Erfahrung als Bertram verfügt, wurde Bertram schließlich schnell bewußt. Durch die häufigen Aufschlagwechsel und das ungewöhnliche Penholder-Angriffspiel von Schmollinger ist es sehr schwer in einen Rhythmus zu kommen. Dennoch behielt Bertram nach knappen 4 Sätzen die Oberhand. Das mittlere Paarkreuz durfte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Bank ausruhen. Beide Spiele waren sehr schnell mit jeweils 3:0 für die Reutlinger Luber und Seidel zu Ende gegangen. Das für Grumbach am hinteren Paarkreuz nur sehr wenig ernsthafte Konkurrenz unterwegs ist sah man bereits in seinem Einzel gegen Orhan. Ganze 12 Einzelpunkte sollten Orhan in 3 Sätzen gelingen. Mein Spiel gegen den jungen Nagel begann für mich trotz der sehr unangenehmen Aufschläge meines Gegenübers sehr gut, so führte ich im gesamten 1. Satz recht deutlich und hatte beim Stand von 10:6 bereits 4 Satzbälle. Doch Nagel gewann die nächsten 6 Punkte, teilweise auch etwas glücklich durch Kanten- und Netzbälle, so war ich bereits nach dem 1. Satz schon etwas bedient. Dennoch gelang es mir trotz der jeweils sehr ausgeglichenen Sätze in den alles entschiedenen 5. Dort hießen die Zwischenstände 5:1, 7:2, 10:6 für Nagel und eigentlich hatte ich mich schon mit der nächsten 5-Satz-Niederlage abgefunden. Doch dann sah man meinem jungen Wiedersacher die doch noch fehlende Routine an. Von seinen 2 Aufschlägen fand keiner das Ziel auf der anderen Plattenseite und beim Stand von 11:10 aus meiner Sicht hatte ich auch sehr viel Glück als der Ball an der Netzkante hängen blieb und unerreichbar für Nagel auf seiner Seite herunter viel. So war der Zwischenstand zur Halbzeit nur 5:4 für Reutlingen. 

 

Bertram behielt im nächsten Spiel gegen Bazilyuk nach 3 knappen Sätzen die Oberhand. Werner sorgte im Duell der Senioren für eine große Überraschung. Noch nie konnte er ein Spiel gegen Schmollinger in seiner langen Tischtenniskarriere gewinnen. Dafür machte er allerdings am heutigen Tag taktisch alles richtig. Anstatt sich auf endlose Schupfduelle einzulassen und die Partie im Zeitspiel zu verlieren griff er immer wieder vereinzelt sehr überraschend an und gewann nach 4 Sätzen. Gogo steigerte sich im nächsten Spiel gegen Seidel etwas und spielte sehr gut mit mußte aber nach 4 Sätzen seinem starken Gegner gratulieren. Eine große Überraschung war der klare 3:0 Erfolg von Luc gegen Luber. Luc hatte mit den Noppen und dem Spiel seines Gegners überhaupt keine Probleme. Da Reutlingen auf 3 Tischen spielen mußte hatte jeder immer etwas zu tun. Entweder spielte man selbst oder mußte zählen. So ging ich erstmals zum Spielbogen und zählte verwundert eine 7:6 Zwischenführung für uns. Gegen Grumbach sollte ich keine Chance haben. Nach dem sehr knappen ersten Satz hatte sich Grumbach sehr gut auf mich eingestellt, so bleibt außer ein paar sehr schönen Ballwechseln eine klare 0:3 Niederlage stehen. Orhan hatte gegen Nagel auch schwer zu kämpfen. Zwar führte er bereits mit 2:0 doch beide Sätze waren sehr eng. Beim Stand von 10:9 im 4. Satz hatte er bereits einen Matchball doch es sollte noch nicht reichen. Die Frage war nun behielt er seine Nerven im Griff? Dies war schnell geklärt, denn der 5. Durchgang war mit 11:6 der deutlichste. So hatte wir bereits das Unentschieden sicher, unglaublich!  

 

Das Schlußdoppel entwickelte sich sehr unterschiedlich, jeweils mit Vorteilen für die beiden Doppel je nach positionsgestellter Aufstellung. So gewann Werner und Bertram den 1. und 3. Satz mit -6 und –5, Schmollinger und Grumbach waren jedoch im 2. Und 4. Satz ebenfalls mit +5 und +6 erfolgreich. Diese Ergebnisse zeigen auf welch hohem Niveau dieses Schlussdoppel gespielt wurde. Punkte wurden herrausgespielt und nicht durch Fehler des Gegners gewonnen. So war uns klar für einen Erfolg brauchten wir zum Seitenwechsel unbedingt eine Führung. Das an diesem Abend einiges anders lief wie im Vorfeld geplant brachte dieser 5. Satz nun schließlich zum Ausdruck. Mit 4:5 wurden die Seiten getauscht und mit 11:7 sollte dieses Doppel dennoch gewonnen werden. Das dieser überraschende Erfolg auch sehr glücklich war brachte das Satzverhältnis von 29:31 für den SSV zum Ausdruck. Wieder einmal haben wir es geschafft die engen Spiele für uns zu entscheiden. Da dies  bereits mehrfach in dieser Runde vorgekommen ist kann man auch von einer gewissen Nervenstärke (oder Bayern-Dusel) sprechen. Auch die super Unterstützung die der Spieler durch seine Teamkollegen in diesen Situationen widerfährt drücken diese Ergebnisse aus.  

 

Die Vorrunde schließen wir somit auf dem hervorragenden 3. Tabellenplatz ab und haben unser eigentliches, vor der Runde gesteckte Ziel, Klassenerhalt bereits erreicht. Die Rückrunde können wir als Bonus ansehen und völlig ohne Druck aufspielen. Vielleicht auch wieder den ein oder anderen Favoriten ärgern. 

 

Ansonsten wünsch ich allen Lesern schöne Feiertage und ein guten Start ins neue Jahr.
 

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